Ausgabe 02/2006
EU: Keine Durchsetzung des MHP-Standards
Die EU-Kommission nimmt von einer Durchsetzung des MHP-Standards Abstand. Stattdessen setze man künftig auf eine freiwillige Interoperabilität für das interaktive digitale Fernsehen. Diverse Umfragen bei Regulierungsbehörden und öffentliche Anhörungen hätten gezeigt, dass der europäische Fernsehmarkt keinen besonderen technischen Standard erfordere, teilte die Kommission in Brüssel mit. Weil sich interaktive Fernsehdienste langsamer als erwartet entwickeln würden, erhofft man sich nun eine größere Dynamik bei der Einführung rückkanalfähiger Dienste über digitale Set-Top-Boxen. „Ich möchte die Verbreitung des digitalen Fernsehens in Europa beschleunigen“, sagte Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. „Unsere Politik geht dahin, Investitionen zu fördern und für die Innovationsfreiheit der Unternehmen einzutreten. Dank immer zahlreicherer technischer Lösungen ist die Interoperabilität glücklicherweise kein großes Hindernis für das interaktive Fernsehen mehr. Dies zeigt, dass in Europa erfolgreich Standards für das digitale Fernsehen entwickelt wurden, was zur Folge hat, dass die Käufer von Fernsehgeräten den größten Nutzen aus ihrer Investition ziehen können.“