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Ausgabe 05/2006
Der deutsche TV-Markt im WandelSo wie in Deutschland ist es nirgendwo sonst auf der Welt: Ein derart umfangreiches frei empfangbares Angebot an TV-Programmen gibt es nur im deutschsprachigen Markt.
So wie in Deutschland ist es nirgendwo sonst auf der Welt: Ein derart umfangreiches frei empfangbares Angebot an TV-Programmen gibt es nur im deutschsprachigen Markt. Und es kommen immer mehr Sender dazu. Allein über ASTRA gibt es in Deutschland mehr als 250 frei empfangbare TV-Programme, davon fast 150 deutschsprachige Free-TV- und weitere 57 deutschsprachige Pay-TV-Kanäle. Aber es fällt schwer zu glauben, dass noch einmal 150 Free-TV-Kanäle dazukommen werden. Experten der Medienbranche sehen das jedenfalls so. Und sie haben noch ein anderes Argument: Um uns herum in Europa oder den anderen Teilen der Welt sind frei empfangbare Fernsehprogramme sehr rar. Verschlüsselt kommt dort das tägliche TV-Angebot zum Zuschauer. Und das hat gute Gründe, denn die Digitalisierung bietet zahlreiche neue Chancen und Möglichkeiten für die Programmanbieter. Die Senderechte, beispielsweise für Spielfilme, sollten aus Kostengründen eine geografisch präzise Eingrenzung haben. Es kommen immer mehr interaktive Angebote und Dienste auf den Markt, die auch direkt an die speziellen Interessengruppen adressiert werden können. Letztlich muss der Programmveranstalter seine wertvollen Programminhalte vor Missbrauch schützen und seine Rechte wahren. Die Verschlüsselung ermöglicht all das.
Offen und diskriminierungsfrei eine homogene Plattform Folgt man dem Weg der Verschlüsselung, so werden sich bei den Programmveranstaltern auch neue Geschäftsmodelle entwickeln. Die steigende Nachfrage zahlreicher Sender nach der Verschlüsselung zeigt das deutlich. Aber wie sollte eine zukünftige Verschlüsselung beschaffen sein? Sie muss auf einer einheitlichen Plattform aufbauen und für jeden potenziellen Programmveranstalter zugänglich sein. Nur so ist gewährleistet, dass der TV-Zuschauer nicht für jeden verschlüsselten Programmveranstalter ein separates Empfangsgerät braucht. So behält der Zuschauer die Übersicht und hat zukunftssichere Empfangstechnik für das Mehr an Angeboten und Diensten, das uns die Zukunft bringt natürlich auch interaktiv.
Schutz vor Missbrauch und Piraterie Die ASTRA-Satellitenausleuchtzonen decken flächendeckend fast ganz Europa ab. Sender können durch den Schutz der Verschlüsselung geografisch präzise abgegrenzte Programmrechte erwerben und damit für die Rechteinhaber Fußballverbände, Clubs oder Spielfilm- und Programmproduzenten ein verlässlicher Partner bleiben. Und: Die Verschlüsselung erlaubt den Sendern den digitalen Schutz vor Missbrauch und Piraterie.
Signal- und Rechteschutz Die Verschlüsselung, eine wesentliche Voraussetzung für einen umfassenden Signal- und Rechteschutz, benötigt ein System, das so weit wie möglich Sicherheit gegen Piraterie bietet, aber auch dem Systembetreiber die Möglichkeit gibt, wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Das ausgewählte Verschlüsselungssystem von Nagravision ist hierfür eine verlässliche und zukunftsorientierte Technologie. Für den Empfang sind Geräte mit integrierter Decodierung oder so genannte CI-Boxen (Common Interface) mit Einschubfächern für die Smartcards erforderlich, auf denen die Entschlüsselungs-Software installiert ist. Es wird noch in diesem Jahr im Handel und Fachhandel ein entsprechendes CAM-Modul (Conditional Access Modul) für Nagravision zum Nachrüsten der CI-Boxen geben. Außerdem kommen natürlich neue Receiver auf den Markt, die mit ihren technischen Merkmalen besonders auf die Verschlüsselungsplattform zugeschnitten sind.
Was es bringt Das bereits heute vielfältige Angebot bei dem digitalen Satellitenempfang, wie zum Beispiel Hunderte von Free-TV-Programmen, digitales Radio, Pay-TV-Pakete und Programme, der elektronische Programmführer (EPG), wird noch weiter ausgebaut. Zu erwarten sind zusätzlich interaktive Dienste, Video-on-Demand und vieles mehr. Auch ein besserer Kinder- und Jugendschutz wird möglich. Das Fernsehen wird immer individueller, der Zuschauer wird sein eigener Programmdirektor.
Welche Programme verschlüsselt werden Es ist nicht die Entscheidung von ASTRA, welches Programm verschlüsselt wird und welches nicht, sondern allein Entscheidung der Sender. Unverschlüsselte Programme wie ARD und ZDF werden voll und uneingeschränkt empfangbar bleiben. Darüber hinaus wird es eine so genannte Übergangszeit geben, in der parallel verschlüsselt und unverschlüsselt ausgestrahlt werden wird. Damit soll den Zuschauern ein sanfter Übergang in die neue TV-Welt ermöglicht werden.
Die Empfangsgeräte/Set-Top-Boxen/Receiver Von den Boxen, die bereits heute in den Haushalten vorhanden sind, wird eine ganze Reihe für die verschlüsselten Signale geeignet sein. Im Wesentlichen sind das diejenigen Receiver, die über eine offene Schnittstelle, die auch Common Interface (CI) genannt wird, verfügen. Dort kann die Smartcard, also die passende Zugangskarte, eingesetzt werden, die den Empfang ermöglicht. Die so genannten Zappingboxen sind für die verschlüsselten Signale nicht geeignet und lassen sich für den Empfang der verschlüsselten Signale auch nicht nachrüsten. Nur so genannte CI-Boxen können nachgerüstet werden. Es wird aber auch zertifizierte neue Boxen geben. Damit kommt ASTRA wieder den Wünschen der Programmveranstalter entgegen, die eine homogene, verlässliche und sichere Plattform benötigen. Dementsprechend werden an die Receiver gewisse technische Mindestanforderungen gestellt, um zum Beispiel analogen und digitalen Kopierschutz zu ermöglichen, aber auch Jugendschutz, Multifeedmöglichkeit und Interaktivität. Diese Basis-Spezifikationen haben bereits Dutzende von interessierten Set-Top-Box-Herstellern abgerufen. Jeder Hersteller ist frei, über diese Mindestanforderungen hinaus weitere technische Features in seine Box aufzunehmen. Die technischen Ausstattungsmerkmale bestimmen auch den Preis. Bietet eine neue Box mehr an als die Mindestspezifikationen, beispielsweise Festplatten-Laufwerk und/oder HDTV, ist sie sicherlich teurer. Das legt aber nicht ASTRA fest. Die Set-Top-Box-Hersteller entscheiden, welche Boxen-Ausstattung sie auf den Markt bringen, und die Kunden entscheiden, was sie kaufen wollen.
Die Entschlüsselung Der Fernsehzuschauer, der die Angebote der neuen Verschlüsselungsplattform nutzt, benötigt im Prinzip für jede geeignete Set-Top-Box in seinem Haushalt eine Smartcard, sonst kann sie die Signale nicht lesen. Dies ist auch in vielen Netzen der Kabelnetzbetreiber bereits heute schon so. Für Haushalte etwa Familien mit mehreren Anschlüssen sind attraktive Pakete geplant. Damit soll auch ein so genanntes Pairing möglich sein, das heißt, die Smartcard kann dann in mehreren Boxen des Hauses verwendet werden.
Datenschutz Die für die Kundenbetreuung zuständige ASTRA-Tochtergesellschaft, die Registrierungen entgegennimmt und die Smartcards verteilt, wird die persönlichen Daten schützen und mit niemandem teilen, außer es liegt eine ausdrückliche Zustimmung des Verbrauchers vor.
Empfang im Ausland Einer der Gründe, warum die großen Sender ein Interesse an der Verschlüsselung ihrer Programme haben, ist die Tatsache, dass sie Rechte an Spielfilmen oder Sportveranstaltungen für bestimmte Regionen, zum Beispiel Deutschland oder Österreich, erwerben. In Zukunft wird der Empfang nur mit der entsprechenden Smartcard möglich sein.
Wann es los geht Zurzeit ist mit einer Verschlüsselung für das Jahr 2007, möglicherweise 2008, zu rechnen. Bisher haben verschiedene private Sender Interesse an der Verschlüsselung ihrer Programme geäußert. ASTRA hat jedoch derzeit mit keinem der Kunden einen Vertrag zur Verschlüsselung unterschrieben. Für eine Übergangszeit wird es dann eine parallele Ausstrahlung von verschlüsselten und unverschlüsselten Programmsignalen geben.
Was man braucht Alles, was man für den Empfang benötigt, sind eine digitaltaugliche Satelliten-Empfangsanlage mit einem Parabolspiegel-Durchmesser von 60 cm, bei Mehrteilnehmeranlagen empfiehlt sich eine Größe von 85 cm, ein digitaler Satellitenreceiver mit Common Interface (CI) und eine Smartcard zum Entschlüsseln der Angebote und Dienste. Die Installation können handwerklich halbwegs Begabte leicht selbst vornehmen. Der Parabolspiegel der Empfangsanlage muss auf die Orbitalposition 19,2 Grad Ost ausgerichtet werden. Im Zweifel sollte aber der versierte örtliche Handwerksbetrieb die Installation ausführen (www.astra-haendlersuche.de). Ist bereits eine Satelliten-Empfangsanlage vorhanden, so ist zu prüfen, ob diese bereits digitaltauglich ist.
Die Registrierung ASTRA beziehungsweise die Dienstleistungstochter APS wird eine Gesellschaft gründen, bei der sich die Fernsehzuschauer registrieren lassen können. Diese Firma wird auch die Abrechnung der einmaligen Freischaltgebühr sowie der monatlichen Digitalpauschale übernehmen. |

