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Ausgabe 11/2006
Videos aufs HandyDie beiden Satellitenbetreiber SES ASTRA und Eutelsat wollen künftig Fernsehbilder direkt aufs Mobiltelefon übertragen. Eine gemeinsame Firma soll dazu das Frequenzband des S-Bands nutzen.
SES ASTRA und Eutelsat wollen mobilen Video-, Radio- und Datenservice starten Die beiden Satellitenbetreiber SES ASTRA und Eutelsat wollen künftig gemeinsam Fernsehbilder direkt aufs Mobiltelefon übertragen. Dazu wird in die erste europäische Satelliteninfrastruktur investiert, mit der neben Videos auch Hörfunk und Daten auf Handys, Notebooks oder Empfänger in Fahrzeugen gesendet werden können. SES ASTRA und Eutelsat werden zu gleichen Teilen an einer neuen Firma beteiligt sein, die die so genannte S-Band-Nutzlast des Satelliten W2A vermarkten soll. Der Satellit W2A wurde von Eutelsat in Auftrag gegeben und soll Anfang 2009 gestartet werden.
Das S-Band (2,0 und 2,2 GHz), das sowohl für SES als auch für Eutelsat ein neues Frequenzband darstellt, bietet eine Reihe von Frequenzen, die für die Unterstützung eines drahtlosen Netzwerkes für mobile Anwendungen optimiert sind. So können Videos und andere Dienste an Mobilgeräte wie Telefone, PDAs, Notebooks und Fahrzeugempfänger geliefert werden. Bislang gibt es diese Anwendungen nur in Japan, Korea und den USA.
Mobile Videodienste sind nach Ansicht von ASTRA in Europa ein großer und gegenwärtig noch nicht entwickelter Markt. Liegt das Entwicklungspotenzial derzeit allein bei terrestrischen Lösungen, so bietet das satellitenbasierte hybride Netzwerk den Programmanbietern und Betreibern ergänzende Lösungen und Alternativen zu den terrestrischen Netzwerken. Dabei stellt die universale Reichweite von Satelliten einen entscheidenden Vorteil dar, so Romain Bausch, President und CEO von SES GLOBAL. Bei der hybriden Infrastruktur ergänzen sich die Satelliten- und terrestrischen Netzwerke. Diese Kombination schafft eine flächendeckende Reichweite und gestattet den Empfang mobiler TV-Dienstleistungen auch innerhalb von Gebäuden. Zudem soll es Verbindungen zum Navigationsnetz Galileo geben. Die S-Band-Nutzlast sei zudem für eine Reihe weiterer Geschäftsanwendungen, beispielsweise die Sicherheitsüberwachung oder für interaktive kommerzielle Datendienste, verwendbar, sagte Bausch. Die gemeinsame Investition trage dazu bei, die Produktpalette und die Nutzerfreundlichkeit sowohl für die Kunden als auch für die Programmveranstalter und Service Provider zu erhöhen.
Digitale Inhalte und die Mobilität, die portable Geräte heutzutage ermöglichten, seien zentrale Faktoren der gegenwärtigen Dynamik in der Kommunikationslandschaft. Das bringe Elektronikherstellern, Inhalte- und Diensteanbietern neue Umsatzmöglichkeiten und den Verbrauchern neue Produkte, betonte ergänzend Giuliano Berretta, Chairman und CEO von Eutelsat Communications. Mit diesem neuen Angebot, das in Bezug auf Bandbreite und universelle Reichweite optimiert sei, könnten Satellitendienste, die die S-Band-Frequenzen nutzen, einen entscheidenden Beitrag zum Gesamterfolg des Markts für mobiles Fernsehen in Europa leisten. Darüber hinaus sei das Design der S-Band-Nutzlast für interaktive Kommunikationen ausgelegt. Berretta schätzt den Markt mobiler TV- und Video-Nutzer auf 30 bis 50 Millionen im Jahr 2015.
Die S-Band-Nutzlast stellt ein Investitionsvolumen von bis zu 130 Millionen Euro dar. Weitere Informationen unter www.ses-global.com.
Alcatel, Samsung und Sagem entwickeln hybride Handymodelle Der französische Technologiekonzern Alcatel will in Zusammenarbeit mit den Elektronikherstellern Samsung Electronics und Sagem Communication ein Handymodell entwickeln, das mobile Rundfunk- und Kommunikationsdienste sowohl per Satellit im S-Band als auch über terrestrische Frequenzen im DVB-H-Verfahren empfangen kann. Video-, Hörfunk- und Multimediadienste werden dabei flächendeckend via Satellit zugeführt. Empfangslücken, die beispielsweise in Ballungsräumen durch Hochhäuser entstehen, sowie innerhalb von Gebäuden sollen auf terrestrischem Wege via DVB-H geschlossen werden. Die Unternehmen wollen sich auch bei der Standardisierung der technischen Parameter von satellitenbasierten Diensten für mobile Endgeräte innerhalb des DVB-Forums engagieren (www.alcatel.com/mobiletv).
Grundsteinlegung für Galileo
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