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Ausgabe 03/2007
VerschlüsselungIn Deutschland gibt es ein breites Angebot von frei empfangbaren TV-Programmen. In anderen Teilen Europas und in anderen Teilen der Welt sind frei empfangbare Fernsehprogramme eher rar. Das tägliche TV-Angebot kommt dort verschlüsselt zum Zuschauer. ASTRA arbeitet daran, den Programmveranstaltern die entsprechenden Services anzubieten.
Warum die Verschlüsselung kommt
interaktive Angebote und Dienste auf den Markt, die auch direkt an die speziellen Interessengruppen adressiert werden können. Letztlich muss der Programmveranstalter seine wertvollen Programminhalte vor Missbrauch schützen und seine Rechte wahren. Nur die Verschlüsselung ermöglicht all das. ASTRA arbeitet daran, den Programmveranstaltern die entsprechenden Services anzubieten.
Adressierbarkeit notwendig
Die Gemeinsame Stelle Digitaler Zugang der Landesmedienanstalten (GSDZ) hält die Adressierbarkeit für eines der Top-Themen, wenn es darum geht, Fernsehen in Deutschland zukunftsfähig zu machen. In ihrem Digitalisierungsbericht 2006 weist sie darauf hin, dass immer weitere Übertragungswege neue Chancen und auch mehr Wettbewerb böten, für die Veranstalter aber auch einen erhöhten Aufwand bedeuteten. "Das Beharren auf dem Status quo wird nicht möglich sein. Die Vielfalt der Übertragungswege, der TV-Programme und die neuen Spartenkanäle werden sich auf Dauer nur finanzieren lassen, wenn neue Geschäftsmodelle realisiert werden können", sagte Dr. Hans Hege, Vorsitzender der GSDZ und Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Wer also Vielfalt und neue Entwicklungen wolle, müsse auch die Einführung adressierbarer Endgeräte unterstützen. Bislang stünden vor allem die öffentlich-rechtlichen Veranstalter der Adressierbarkeit, die technisch mit einer Verschlüsselung einhergeht, skeptisch gegenüber. Hege betont jedoch, dass Verschlüsselung nicht gleichgesetzt werden dürfe mit Pay-TV. Eindringlich appelliert Hege an Programmveranstalter und Infrastrukturbetreiber, die Einführung adressierbarer Geräte und die Verschlüsselung mit einem deutlichen Mehrwert für die Zuschauer zu unterstützen. Ziel müsse es sein, dass der Zuschauer mit einem Endgerät alle von ihm abonnierten Angebote nutzen kann und nicht verschiedene Boxen anschließen muss. Adressierbarkeit bedeutet, dass das Empfangsgerät (Set-Top-Box oder TV mit integriertem Digitalempfänger) über eine bestimmte Kennung (Adresse) verfügt, vergleichbar der aus dem Internet bekannten IP-Adresse. Sie ist Grundvoraussetzung für ein Rechtemanagement, mit dem bestimmte Angebote nur für freigeschaltete Nutzer zugänglich gemacht werden. Das können im klassischen Sinne Pay-TV-Kanäle sein, aber auch Einzelangebote. Adressierbare Endgeräte machen nicht zwangsläufig eine so genannte Grundverschlüsselung aller Programme erforderlich, Free-TV ist auch weiterhin möglich. www.digitaler-zugang.de
Premiere Sky
Der Bezahlsender Premiere plant, bestehende und neue Pay-TV-Sender unter der Dachmarke "Premiere Sky" zu bündeln und via Satellit zu verbreiten. Das teilte das Unternehmen am 13. März mit. Derartige Pakete an Bezahlsendern gibt es in Deutschland bereits in den Kabelnetzen, etwa das Paket "tividi" bei ish und iesy oder "Kabel Digital Home" bei Kabel Deutschland. Über Satellit zu empfangen sind dann künftig voraussichtlich Filmkanäle der Hollywood-Studios und Zusatzangebote der großen Fernsehbetreiber RTL und ProSiebenSat.1. Premiere-Sprecher Dirk Heerdegen sagte der Nachrichtenagentur epd, derzeit liefen Verhandlungen mit mehreren Fernsehsendern. Details sollen sechs Wochen vor dem Start von "Premiere Sky" bekannt gegeben werden. Wie teuer das neue Angebot für die Fernsehzuschauer wird, sagte Heerdegen nicht. Empfangen werden kann "Premiere Sky" zunächst von Kunden, die einen Satelliten-Receiver besitzen, mit dem auch Premiere empfangen werden kann. Dies sind Premiere zufolge aktuell 1,7 Millionen Satelliten-Abo-Haushalte in Deutschland. Bei diesen Kunden genügt ein Anruf und "Premiere Sky" wird innerhalb weniger Sekunden freigeschaltet. Andere Kunden müssen sich zunächst eine solche Box kaufen und eine Entschlüsselungskarte (Smartcard) bestellen. Wie Premiere weiter mitteilte, steht das Unternehmen in Verhandlungen mit dem Satellitenanbieter ASTRA. Über dessen Plattform entavio könnte "Premiere Sky" demnach künftig verbreitet werden. www.premiere-sky.de |


