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Ausgabe 12/2007
BlucomWolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von ASTRA Deutschland, beantwortet in einem aktuellen Interview Fragen zu dem interaktiven Dienst Blucom.
Interview mit Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von ASTRA Deutschland, zum interaktiven Dienst Blucom. Die Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Auerbach-Verlags.
F: Herr Elsäßer, die Swisscom lässt die interaktive Fernbedienung Betty TV buchstäblich fallen und will das Konzept nicht weiterverfolgen. ASTRA bietet mit Blucom auch einen programmbegleitenden interaktiven Dienst an. Müssen wir uns auch Sorgen um Blucom machen?
Nein, es muss sich niemand, weder der Blucom-nutzende Programmveranstalter noch die adressierten Zuschauer, in irgendeiner Weise um den interaktiven Dienst Sorgen machen. Blucom ist im Markt sehr gut angekommen. Wir finden es aber schade, dass ein Marktteilnehmer wie Betty vom Markt verschwindet.
F: Was unterscheidet Blucom von Betty?
Die Technik ist anders. Die Angebote der Sender werden über die interaktive Plattform Blucom via Bluetooth über digitale Set-Top-Boxen den Konsumenten angeboten. Alternativ kann der Blucom-Nutzer sich auch über UMTS oder GPRS den Blucom-Zugang herstellen. Darüber hinaus braucht der Zuschauer lediglich ein Handy und einen Browser, der per SMS bestellt werden kann und einmalig auf das Mobiltelefon geladen werden muss. Über den Blucom-Browser erhalten Konsumenten einen interaktiven, spontanen und einfachen Zugang zum mobilen Inhalt, der ihnen passend zur aktuellen Sendung auf den Seiten des Programmveranstalters angeboten wird – gleich ob der Konsument nur Informationen nutzt oder auch interaktiv teilnimmt. Betty nutzte statt des Handys eine Fernbedienung.
F: Was hat Betty falsch gemacht?
Das kann ich nicht beantworten. Das müssen Sie bei Betty erfragen.
F: Und was macht Blucom anders?
Einfach gesagt: Bei Betty war eine neue, weitere und teure Fernbedienung notwendig, bei Blucom ist lediglich ein preiswertes Stück Software, der Browser für 3,99 Euro, erforderlich. Der Browser wird einmalig auf das Handy geladen und Handys sind bereits zu Millionen Stück im Markt und somit beim Konsumenten vorhanden.
F: Wie hat sich Blucom in den vergangenen Monaten entwickelt und wie ist das Potenzial?
Warum wollen die Marktpartner Blucom? Die Sender verstärken deutlich ihre kommunikativen Maßnahmen zu ihren Kunden, den Zuschauern. Der interaktive Dienst Blucom stellt dabei ein ideales Werkzeug dar. Aktuell binden 14 Programmveranstalter Blucom in ihren Kommunikationsweg ein. Darunter so prominente wie RTL, die ProSiebenSat.1-Gruppe oder MTV und VIVA. Will sagen, die Entwicklung ist gut, zumal in den kommenden Monaten weitere Sender folgen werden. Aber auch die Verbreitung der digitalen Satelliten-Receiver, mit denen man Blucom nutzen kann, wird jetzt rasch zunehmen, denn mit der Verfügbarkeit von mehr Boxen weiterer Hersteller erwarten wir eine sehr deutliche Steigerung und damit auch mehr Blucom-Nutzer.
F: Blucom wird häufig mit der Programmplattform entavio in Verbindung gebracht, funktioniert der Dienst auch ohne ein entavio-Abo?
Ja, natürlich über alle entavio-Receiver – auch ohne entavio-Abo. Voraussetzung ist immer, dass – bei Nutzung eines digitalen Receivers – dieser Blucom-tauglich ist.
F: Kann man den Blucom-Dienst auch ohne neue Hardware wie zum Beispiel einer entsprechend aufgerüsteten Set-Top-Box nutzen?
Ja, über die Möglichkeit UMTS oder GPRS. Dieser Zugang funktioniert unabhängig von den Receivern. Sein besonderes Merkmal: Er funktioniert immer und überall, egal ob im Kabelnetz, DVB-T oder im mobilen Einsatz, wenn man unterwegs ist. Diese Alternative ist aber gegenüber der Receiverlösung deutlich teurer, da der Konsument permanent online ist. Der Datenstrom über den Receiver ist hingegen absolut kostenlos.
F: Falls es dazu Auswertungen gibt: Welche Anwendungen sind bei den Endkunden am beliebtesten?
Diese Frage kann nur der Sender beantworten, wir verfügen über keinerlei Konsumentendaten.
F: Eine stattliche Zahl an TV-Sendern setzt schon jetzt auf Blucom, sind noch weitere Kandidaten in Aussicht?
Da sich der Dienst Blucom in einem stark wachsenden Markt interaktiver Anwendungen befindet, können Sie davon ausgehen, dass der Kreis der Programmveranstalter, die Blucom nutzen wollen, weiter zunimmt. Das sind nicht nur TV-Sender, die an Blucom interessiert sind. Auch andere Partner wie Media Markt oder arvato mobile sind dabei. Wir werden über die weitere Entwicklung berichten.
ASTRA und RTL vertiefen Kooperation
ASTRA und RTL interactive vertiefen die bereits im Dezember 2006 geschlossene Kooperation beim interaktiven Dienst Blucom. Besonderer Aspekt der neuen Kooperation: Die verstärkte Einbindung von interaktiven, programmbegleitenden Angeboten. So können die Nutzer von Blucom live bei den Top-Shows von RTL abstimmen, zum Beispiel bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" (Sendestart am 11. Januar 2008, 22.15 Uhr) und "Deutschland sucht den Superstar" (ab 23. Januar 2008). Um teilzunehmen, müssen die Zuschauer einfach nur das entsprechende Themen-Special auf ihrem Handy ansteuern und auf den Voting-Button für den gewünschten Kandidaten klicken.
ASTRA und arvato kooperieren
ASTRA und arvato mobile, der Anbieter von digitalen Entertainment-Inhalten und interaktiven Anwendungen, vertiefen die im Mai 2007 geschlossene Kooperation beim interaktiven Dienst Blucom. Über handy.de – das mobile Entertainment-Portal von arvato mobile – wird der Blucom-Browser an Konsumenten vermarktet (www.blucom.de).
Blucom für die arabische Welt
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ASTRA hat einen Vertrag für die Nutzung seines interaktiven TV-Dienstes Blucom in den arabischen Ländern unterzeichnet. MBC, die führende Free-to-Air-Sendergruppe im Mittleren Osten und Nordafrika, wird Blucom für ihren wichtigsten Kanal MBC1, den Nachrichtensender Al Arabiya und die Radiokette in Saudi-Arabien, MBC FM, nutzen. Geplant sind Abstimmungen, Grußdienste, Downloads und weiterführende TV-Anwendungen. Die Dienste wurden bereits Ende Oktober 2007 auf den Markt gebracht. Die technische Umsetzung erfolgt durch die APS ASTRA Platform Services GmbH und das ihr angegliederte Unternehmen FiveCast.